Ressourcenmanagement im Gastgewerbe

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Nachhaltiges Ressourcenmanagement im Gastgewerbe bedeutet, dass Hotels, Restaurants und andere gastgewerbliche Betriebe ihre natürlichen Ressourcen so nutzen, dass Umweltbelastungen minimiert und langfristige ökologische, ökonomische und soziale Ziele erreicht werden. Dies betrifft vor allem die Bereiche Energie, Wasser und Abfall.

News zum Thema Ressourcenmanagement

Ressourcen sparen ist ökonomisch und ökologisch

„Es geht um Klima- und Umweltschutz. Aber wir finden Nachhaltigkeit auch wirtschaftlich.” Deanielle und Theo Bieger betreiben gemeinsam den Krewelshof in Lohmar. Ressourcenschonung liegt auch Danielle und Theo Bieger am Herzen. Das Ehepaar betreibt den Krewelshof in Lohmar, ihre drei Kinder sind im Unternehmen aktiv. Mit ihrem Landwirtschaftsbetrieb bauen sie vor allem Kartoffeln, Spargel, Erdbeeren und Äpfel sowie Kürbisse an. Einziger Vertriebskanal für die Produkte sind der Hofladen und das eigene Restaurant auf dem Gelände. Weiterer Erwerbszweig: Events – von Hochzeiten bis zu Firmenveranstaltungen. Der Hof am Rand der Wahner Heide zieht viele Ausflügler an, von Familien mit Kindern bis zu Busgruppen.

Ressourcen schonen in der Hof-Gastronomie

Nachhaltigkeit ist den Biegers ein wichtiges Anliegen. „Es geht um Klima- und Umweltschutz“, sagt Danielle Bieger, „aber wir finden Nachhaltigkeit auch wirtschaftlich.“ Dank der Initiative ihres Sohnes Max, der Informatiker ist, kommt beispielsweise in der Hof-Gastronomie Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Damit steuern die Biegers, welche Produkte sie wann in welcher Menge nachbestellen müssen oder wovon gerade viel geerntet wird und somit bevorzugt auf die saisonale Speisekarte gelangt. „Dadurch konnten wir den Materialeinsatz optimieren und reduzieren“, sagt Theo Bieger.

Welche weiteren Schritte zur Nachhaltigkeit möglich sind, dazu haben sich die Biegers kürzlich von Anna-Lena Krannich beraten lassen. Sie ist eine von vier „Transformationscoaches“ und damit Teil eines beim DEHOGA Nordrhein-Westfalen angesiedelten und vom NRW-Wirtschaftsministerium geförderten Projekts, das allen Unternehmen der Gastronomie und Hotellerie im Land zugutekommt (s. Interview: www.ihk-bonn.de, Webcode @3626).

 

Frau Krannich, Sie haben „Nachhaltiger Tourismus“ studiert und zehn Jahre in verschiedenen Positionen in Hotels und der Gastronomie gearbeitet. Was war für Sie die größte Überraschung zwischen Theorie und Praxis?

Die größte Überraschung für mich war der dynamische Arbeitsalltag, der vieles Geplante über den Haufen wirft. In der Theorie gut durchdacht und geplant, im Tagesgeschäft bei unerwarteten Ereignissen wie Krankheitsausfällen schwierig. Andere Stichpunkte in dem Zusammenhang: Der Zielkonflikt zwischen ökologischen Zielen und finanziellen Interessen, die Verfügbarkeit von nachhaltigen Ressourcen, wie Bio-Produkten beispielsweise, oder die Schulungsnotwendigkeit in einer personalintensiven Branche.

Was ist Ihr Eindruck: Wo gibt es überhaupt Stellschrauben für mehr Nachhaltigkeit in der Hotellerie?

Die Hotels in NRW sind so vielfältig, dass es keine universelle Lösung gibt. Im Mittelpunkt stehen wirtschaftliche Aspekte: Spare ich Ressourcen wie Wasser, Energie, Lebensmittel oder reduziere meine Abfallmengen, arbeite ich ökonomisch wie ökologisch. Digitalisiere ich Prozesse, zum Beispiel beim Onboarding, spare ich Papier und Zeit und verbessere die Arbeitsbedingungen. Ganz wichtig ist bei allem, die Mitarbeitenden als Umsetzende und Ideengebende einzubeziehen. Damit kann ich gleichzeitig den Zusammenhalt im Team stärken, was wiederum die Arbeitsbedingungen – Stichwort soziale Nachhaltigkeit – verbessert. Das gilt natürlich auch in der Gastronomie.

Wie sieht es dort aus?

Das Entwicklungspotenzial in der Gastronomie ist sicher besonders groß. Das hängt mit der noch kleinteiligeren Struktur der Gastronomie zusammen und dem häufig höheren Tagesdruck. Deshalb unsere Empfehlung: Erst die einfachen, wirkungsvollen Dinge machen, wie das regelmäßige Entkalken und Enteisen der Geräte, Abfall reduzieren, Warenmanagement vorantreiben, dann komplexere Themen. 

Sie haben auch bereits Unternehmen im IHK-Bezirk Bonn/Rhein-Sieg als Transformationscoach begleitet. Können Sie uns an einem Beispiel schildern, wie Sie vorgehen?

Bei mir hat sich Danielle Bieger vom Krewelshof via E-Mail gemeldet. Wir haben mit einer Bedarfsanalyse begonnen. Wo liegt der Betrieb, wie viele Beschäftigte hat er, was ist ihr Ziel, was wird bereits gemacht?

Und dann?

Wir haben geschaut, in welchen Bereichen eine Transformation möglich ist und wo der größte Hebel für nachhaltige Veränderungen auf dem Krewelshof liegt. In einem gemeinsamen Videocall haben wir die Bereiche für den nächsten Schritt identifiziert. Abschließend bzw. im Nachgang erhielt Bieger eine Zusammenfassung in Form eines Protokolls. Darin wurden die möglichen Maßnahmen im Detail aufgeführt.

Zum Beispiel?

Der Fokus lag dabei auf zwei zentralen Aspekten: zum einen auf der aktiven Einbindung der Mitarbeitenden, um deren Selbstwirksamkeit zu stärken. Ein konkreter Vorschlag in diesem Zusammenhang war die Bildung eines Green-Teams – also einer internen Arbeitsgruppe aus Mitarbeitenden verschiedener Bereiche, die gemeinsam Nachhaltigkeitsprojekte anstoßen und mitgestalten. Dies fördert nicht nur die Identifikation mit dem Unternehmen, sondern stärkt auch das Verantwortungsbewusstsein und die Motivation jedes Einzelnen. Zum anderen auf der Steigerung der Sichtbarkeit der Nachhaltigkeitsbemühungen. Dies könnte beispielsweise durch ein Unternehmensleitbild oder eine gezielte Kommunikation in Richtung der Gäste erfolgen.

Abschließend: Wie wichtig ist es für Betriebe, in Nachhaltigkeit zu investieren?

Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Trend, sondern eine Notwendigkeit für die Zukunft der Branche. Aber natürlich ist nicht alles notwendig, was als nachhaltig verkauft wird. Am Schluss gilt bei den endlichen Mitteln: Mit welchem Euro-Einsatz erreiche ich am meisten. 

Lothar Schmitz, Wirtschaftsjournalist, Bonn

 

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Ansprechpartnerin: Anna-Lena Krannich, Transformationscoach

Energie: Einsparpotenziale erkennen und nutzen

Ein nachhaltiges Energiemanagement ist für gastgewerbliche Betriebe ein zentraler Hebel zur Ressourcenschonung. Die kontinuierliche Überwachung des Strom- und Wärmeverbrauchs, idealerweise digital und in Echtzeit, bildet die Basis für gezielte Einsparmaßnahmen. Moderne Tools zur Energie- und Heizungssteuerung helfen, unnötigen Verbrauch zu erkennen und automatisch zu regulieren. Schon mit einfachen Mitteln – etwa durch den Einsatz von LED-Beleuchtung, Bewegungsmeldern oder Zeitschaltuhren – lässt sich viel erreichen. In der Küche lohnt sich ein kritischer Blick auf Kühl- und Kochprozesse: Eine voll beladene Spülmaschine, richtig eingestellte Kühltemperaturen und regelmäßig gewartete Geräte senken nicht nur die Energie-, sondern auch Reparaturkosten. Noch effektiver ist die Umstellung auf erneuerbare Energiequellen – etwa durch die Installation einer Photovoltaikanlage oder den Bezug von zertifiziertem Ökostrom. Ebenso wichtig: Die Sensibilisierung von Mitarbeitenden und Gästen für energiesparendes Verhalten – denn auch kleine Gewohnheiten machen auf Dauer einen großen Unterschied.

Wasser: Bewusst einsetzen und mehrfach denken

Wasser ist ein wertvoller Rohstoff – auch im Gastgewerbe. Deshalb sollte der Verbrauch systematisch erfasst und analysiert werden, um Einsparpotenziale zu erkennen. Technische Lösungen wie Perlatoren, Durchflussbegrenzer oder Sensortechnik an Armaturen helfen dabei, den Verbrauch ohne Komfortverlust zu senken. Auch Toilettenspartasten und eine reduzierte Wassernutzung bei der Zimmerreinigung – etwa durch eine maximale Anzahl an Spülungen – leisten ihren Beitrag. Nachhaltig denkende Betriebe denken weiter: Regenwassernutzung für Toiletten oder zur Bewässerung der Außenanlage ist ein intelligenter Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft. Wichtig ist zudem die regelmäßige Wartung von Leitungen, um Leckagen und Kalkablagerungen zu vermeiden. Nachhaltigkeit funktioniert aber nicht ohne Beteiligung – deshalb sollten Mitarbeitende aktiv eingebunden und Gäste mit kleinen Hinweisen motiviert werden, ihren Wasserverbrauch im Hotel- oder Restaurantalltag zu überdenken.

Abfall: Vermeiden, verwerten, verändern

Abfallvermeidung ist einer der sichtbarsten und wirkungsvollsten Schritte hin zu mehr Nachhaltigkeit. Zunächst gilt: Weniger ist mehr. Die oberste Maxime ist, Abfälle von vornherein zu vermeiden – durch vorausschauende Einkaufsplanung, den Verzicht auf Portionsverpackungen oder den Einsatz von Mehrwegsystemen und Nachfüllspendern. Wo Abfall entsteht, muss er korrekt getrennt werden – nicht nur in der Küche, sondern auch in Gästezimmern oder Gemeinschaftsräumen. Grafische Hinweise können dabei helfen, auch Besucher:innen zur aktiven Mitwirkung zu bewegen. Besonders wichtig ist ein Monitoring der Abfallarten und -mengen, um Fortschritte messbar zu machen. Ein großer Hebel liegt im Umgang mit Lebensmitteln: Strategien zur Reduktion von Lebensmittelabfällen und die kreative Weiterverwertung von Resten sind nicht nur nachhaltig, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Eine Zusammenarbeit mit Foodsharing-Initiativen oder Tafeln kann überschüssige Lebensmittel sinnvoll weitergeben. Darüber hinaus stärkt die Verwendung von biologisch abbaubaren Reinigungsmitteln und die Kooperation mit Lieferanten zur Reduktion von Verpackungsmüll das ganzheitliche Abfallkonzept eines zukunftsfähigen Gastbetriebs.

Erfolgsgeschichten aus der Branche

Lesetipps zum Thema Ressourcenmanagement

In unserer Lesetipp-Sammlung finden Sie spannende Artikel, inspirierende Bücher und wegweisende Veröffentlichungen rund um das Thema Ressourcenmanagement Gastgewerbe. Ob praxisnahe Ratgeber, tiefgehende Analysen oder visionäre Konzepte – hier gibt es wertvolle Impulse für die Zukunft Ihres Betriebs. Viel Spaß beim Entdecken und Weiterdenken!

Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor in Hotellerie & Gastronomie

Ein Blick auf den Hotel- und Gastronomiemarkt zeigt, dass Nachhaltigkeit keine Modeerscheinung ist. Die Autoren erläutern, was Nachhaltigkeit im Gastgewerbe bedeutet, welche erfolgversprechenden Strategien existieren und welche Werkzeuge eingesetzt werden können. Insbesondere Antworten auf folgende Fragen unterstützen gastgewerbliche Unternehmer bei der Entscheidung, ob und in welchem Maße sie auf Nachhaltigkeit setzen sollten: Bringt das Investment in Nachhaltigkeit einen Return on Investment? Welche Nachhaltigkeitsstrategie passt zum eigenen Betrieb? Welche Maßnahmen sind für welchen gastgewerblichen Betriebstyp geeignet? Welche Vorschriften gelten für mein Unternehmen in Bezug auf die Berichterstattung oder die Vermarktung von Nachhaltigkeit? Was bedeuten die Corporate Sustainability Reporting Directive und die EU-Taxonomie für den eigenen Betrieb?

Die Zukunft der Gastro

In "Die Zukunft der Gastro" zeigen Gastronomie-Entwickler Jan Scheidsteger und Zukunftsforscher Oliver Leisse anhand konkreter Empfehlungen, zahlreicher Best-Practices und inspirierender Szenarien den Weg in die Zukunft der Branche. Entstanden ist ein unverzichtbares, kompaktes Arbeitsbuch für Gastronomen, Gastronomie-Entwickler, Manager und (zukünftige) Führungskräfte und alle, die in der Gastronomie etwas bewegen und sich weiterentwickeln möchten. 

In Zeiten, in denen sich alles ständig verändert, steht die Gastronomie vor enormen Herausforderungen. Agil sein, kreativ denken und innovative Lösungen finden – das ist heute ein Muss, um immer wieder neu durchzustarten und den Ansprüchen von morgen gerecht zu werden. 

Gastronomie ist weit mehr als nur das Zubereiten und Servieren von Speisen – sie ist der soziale Klebstoff, der Menschen zusammenbringt. Genau darin steckt eine riesige Chance für alle, die in dieser Branche tätig sind. Der Erfolg hängt daher stark von der Zufriedenheit der Gäste ab. 

Leitsätze einer Kreislaufwirtschaft

Der Begriff der Kreislaufwirtschaft ist in Deutschland eng verknüpft mit dem Bewusstsein für eine gut funktionierende Abfallwirtschaft. Das Papier beschreibt die Grundzüge einer Kreislaufwirtschaft aus der Erfahrung und interdisziplinären Diskussion der
Fachwissenschaftler*innen des Fachbereichs „Nachhaltige Produktion, Produkte, Kreislaufwirtschaft“ am Umweltbundesamt. Mithilfe von neun verschränkten Leitsätzen werden Zielsetzungen, Gestaltungsräume, Handlungsmaßstäbe, wichtige Stellgrößen, Anforderungen und Erfolgsfaktoren systematisch dargelegt.

Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung

Die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung stellt aus ethischer, ökologischer und ökonomischer Sicht eine Herausforderung für alle Beteiligten dar: für die Politik, für die Wirtschaftsbeteiligten, die Verbraucherinnen und Verbraucher, die Wissenschaft und die Zivilgesellschaft.

Die Herstellung von Lebensmitteln beansprucht wertvolle Ressourcen wie Boden, Wasser, Energie und Treibstoff und ist mit Emissionen von Treibhausgasen verbunden, daher sollten Lebensmittel nicht unnötig verloren gehen oder verschwendet werden.

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